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Die Geschichte von Rolls-Royce in Deutschland

Rolls-Royce Deutschland heritage

Rolls-Royce kann auf eine mehr als 90-jährige Tradition zu deutschen Unternehmen und Behörden zurückblicken. Mit der Gründung der BMW Rolls-Royce GmbH im Jahr 1990 wurden diese Beziehungen weiter ausgebaut. Seit nunmehr über zwei Jahrzehnten ist Rolls-Royce Deutschland fester Bestandteil der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie.

Der Motorenfabrik Oberursel blickt auf eine noch längere Tradition im Motorenbau zurück. Mit seiner mehr als 120-jährigen Historie zählt dieser Standort nicht nur im Rolls-Royce Konzern zu den traditionsreichsten Werken überhaupt.
Das eigens eröffnete Werksmuseum bietet interessante Einblicke in die Geschichte des Standortes.

Die Geschichte von Rolls-Royce in Deutschland seit 1990

1990

Die Klöckner-Humboldt-Deutz AG verkauft die KHD Luftfahrttechnik GmbH Oberursel an die BMW AG. Später erfolgt daraus die Gründung der BMW Rolls-Royce GmbH (BMW AG 50, 5%; Rolls-Royce plc 49,5%) mit Sitz am früheren KHD Luftfahrttechnik Standort in Oberursel. Das neue Joint Venture soll eine moderne Triebwerksfamilie für den Weltmarkt entwickeln, produzieren und vermarkten.

1991

Der Entwicklungsstart des BR700 Kerntriebwerks erfolgt zu Beginn des Jahres. Zur Vorbereitung der BR700 Komponenten- und Teilefertigung erfolgt die Umstrukturierung und Modernisierung des Werkes Oberursel.

1992

Am 1991 erworbenen Standort Dahlewitz in Brandenburg beginnen die Erdarbeiten für das neue Entwicklungs- und Montagezentrum. Der erste Liefervertrag wird mit Gulfstream Aerospace Corp., Savannah/USA, über 200 BR710 Triebwerke geschlossen. Am Standort Oberursel begeht man feierlich das 100-jährige Jubiläum der Motorenfabrik Oberursel.

1993

Bombardier Inc., Montréal/Kanada beschließt die Geschäftsreisejets Bombardier Global Express® mit BR710 Triebwerken auszurüsten. Im selben Jahr erfolgen der Erstlauf des BR700 Kerntriebwerks am Rolls-Royce Standort in Bristol und die Eröffnung des Entwicklungs- und Montagezentrums Dahlewitz

1994

Ein Abkommen mit McDonnell Douglas Corp., St. Louis/USA, über die Ausrüstung des neuen Kurz- und Mittelstreckenjets MD-95 mit BR715 Triebwerken wird geschlossen.
In Dahlewitz werden die beiden Triebwerkprüfstände "Adam" und "Eva" in Betrieb genommen und es erfolgt der Erstlauf des BR710 Triebwerks.

1995

Mitte des Jahres erfolgt der Start der Triebwerksmontage in Dahlewitz. Außerdem bestellt McDonnell Douglas für zunächst 50 Flugzeuge des Typs MD-95-30 110 BR715 Triebwerken. Ende des Jahres erfolgt der Erstflug einer Gulfstream V® mit BR710 Triebwerken.

1996

BMW Rolls-Royce erhält den Auftrag für 84 BR710 Triebwerke zur Modernisierung einer Flotte von britischen Marineaufklärern (Nimrod 2000). Mitte des Jahres erhält das BR710 Triebwerk als erstes deutsches ziviles Strahltriebwerk die Musterzulassung der JAA sowie die FAA-Zulassung in den USA. Im selben Jahr erfolgt auch der Erstflug des Bombardier Global Express® mit BR710 Triebwerken.

1997

Zu Beginn des Jahres gelingt der 1. Rekordflug der Gulfstream V® mit BR710 Triebwerken. Das BR715 Triebwerk besteht erfolgreich seinen Erstlauf. Es folgt die Auslieferung des ersten BR715 Triebwerks an Boeing. BMW Rolls-Royce erhält die europäische Zulassung als Entwicklungsbetrieb.

1998

Boeing entscheidet sich für das BR715 Triebwerk als exklusiven Antrieb der Boeing 717-200 (ehemals MD-95). Es folgen die JAA und FAA Zulassung des BR715 Triebwerks sowie der Erstflug der Boeing 717-200 mit BR715 Triebwerken.

1999

Das Entwicklungsteam von BMW Rolls-Royce wird mit der „Ehrennadel der deutschen Luftfahrt“ der DGLR ausgezeichnet. BMW Rolls-Royce baut den Standort Dahlewitz aus. Es folgt die Erstauslieferung der Boeing 717-200 mit BMW Rolls-Royce Triebwerken an AirTran Airways sowie die Aufnahme des Linienverkehrs am 12. Oktober 1999.

BMW und Rolls-Royce geben die Neuordnung der Eigentümerstruktur ab 1. Januar 2000 bekannt. Das 2000. T53-L-13B Triebwerk wird in Oberursel instandgesetzt.

2000

Seit 1. Januar 2000 ist das Unternehmen eine hundert-prozentige Tochter der weltweit agierenden Rolls-Royce plc und firmiert nun als Rolls-Royce Deutschland GmbH.
Olympic Aviation nimmt als erste europäische Fluggesellschaft den Linienflug mit der Boeing 717-200 mit BR715 Triebwerken auf Auszubildende von Rolls-Royce Deutschland beginnen mit der Restaurierung der historischen BRAMO-Flugmotoren der FW 200 „Condor" für das Deutsche Technikmuseum Berlin.

Das Rolls-Royce/Turbomeca RTM322 Triebwerk wird als Antrieb des NH90 Hubschraubers ausgewählt. Der deutsche Rolls-Royce Standort Oberursel übernimmt Endmontage und Customer Support für die deutschen Kunden.

2001

Am Standort in Oberursel wird das 500. T117 Triebwerk instandgesetzt und das 500. BR700 Triebwerk verlässt die Endmontage in Dahlewitz.
Als Antrieb für den neuen Business-Jet Global 5000 wählt Bombardier das Turbofan-Triebwerk BR710 aus.

2002

Rolls-Royce Deutschland wird Kompetenzzentrum für Hochdruckverdichter und für Zweiwellentriebwerke im Schubbereich von 14.000 bis 23.000 Pfund Schub.

Das 100. BR715 wird an Boeing ausgeliefert. Rolls-Royce unterzeichnet mit Gulfstream ein Abkommen über die Lieferung von bis zu 600 BR710 Turbofans für die neue Gulfstream GV-SP in den nächsten 10 Jahren. Rolls-Royce feiert 110 Jahre Motorenfabrik Oberursel mit der Eröffnung des eigenen Werksmuseums am Standort Oberursel.

Die Produktion der V2500 Verdichtertrommel in Oberursel erreicht volles Serienvolumen.

2003

Rolls-Royce und Lufthansa Technik gründen das Gemeinschaftsunternehmen N3 Engine Overhaul Services für die Instandhaltung von Trent Triebwerken. Rolls-Royce Deutschland übergibt das 1000. Triebwerk der BR700-Baureihe an einen Kunden.

Rolls-Royce verlagert die Verantwortung für die Tay Triebwerksbaureihe nach Deutschland.

2004

Rolls-Royce feiert 100-jähriges Bestehen. Im selben Jahr unterstützt Rolls-Royce Deutschland die Ausbildungsinitiative der Bundesregierung mit der Bereitstellung von 20 zusätzlichen Lehrstellen. Rolls-Royce Deutschland BR710 Triebwerke erreichen 1 Million Flugstunden.

In Anwesenheit wichtiger Partner aus Politik und Industrie präsentiert sich Rolls-Royce Deutschland dem britischen Königspaar, das im Rahmen eines Staatsbesuches in Deutschland weilte, im Krongut Bornstedt in Potsdam.

Rolls-Royce und Lufthansa Technik geben Arnstadt in Thüringen als neuen Standort für das neue Gemeinschaftsunternehmen N3 Engine Overhaul Services bekannt. Das erste Tay 611-8C Triebwerk aus Dahlewitz wird an Gulfstream ausgeliefert.

2005

Rolls-Royce eröffnet das erste universitäre Technologiezentrum (UTC) in Deutschland an der BTU Cottbus. Mitte des Jahres wird die Verlagerung der V2500-Triebwerksproduktion nach Dahlewitz bekannt gegeben. Außerdem liefert Rolls-Royce Deutschland den ersten Hochdruckverdichter für das TP400-D6 Triebwerk des Militärtransporters A400M von Airbus aus. Das 1000. BR710 Triebwerk wird fertiggestellt.

2006

An der TU Dresden wird ein weiteres Rolls-Royce UTC eröffnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel legt im thüringischen Arnstadt den Grundstein für das neue Triebwerkswartungszentrum N3. In Dahlewitz wird die V2500 Produktionslinie feierlich eröffnet. Ende des Jahres eröffnet Rolls-Royce an der TU Darmstadt das dritte UTC innerhalb Deutschlands.

2007

Rolls-Royce eröffnet in Dahlewitz ein Operations Centre als zentrale Anlaufstelle für die Nutzer der von Rolls-Royce Deutschland betreuten Triebwerke. Ein weiteres Rolls-Royce UTC wird an der Universität Karlsruhe eröffnet. Es folgt die offizielle Eröffnung von N3 Engine Overhaul Services, dem Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Technik AG und Rolls-Royce plc zur Reparatur und Überholung von Flugzeugtriebwerken, in Arnstadt/Thüringen.

2008

Rolls-Royce stellt das BR725 als Triebwerk des neuen Geschäftsreiseflugzeugs Gulfstream 650 vor. Kurz danach absolviert das Rolls-Royce BR725 Triebwerk erfolgreich seinen Erstlauf. Ende des Jahres erfolgt der feierliche Spatenstich für das neue Mechanical Test Operations Centre (MTOC) von Rolls-Royce in Dahlewitz.

2009

Das Rolls-Royce BR725 Triebwerk erhält die EASA und FAA-Musterzulassung. Angetrieben von den BR725 Triebwerken absolviert die Gulfstream G650 ihren Erstflug in Savannah/USA. Auch der Militärtransporter Airbus A400M absolviert erfolgreich seinen Erstflug in Sevilla/Spanien. 

2010

Im brandenburgischen Dahlewitz wird das neue Mechanical Test Operations Centre MTOC feierlich eröffnet. Rolls-Royce feiert den erfolgreichen Abschluss einer Reihe von Testläufen des, im Rahmen des E3E-Forschungsprogramms (Efficiency, Environment und Economy) entwickelten, innovativen Kerntriebwerks für Zweiwellentriebwerke.

2011

Am Rolls-Royce Standort Dahlewitz wird die Auslieferung des 2.000 BR710 Triebwerks gefeiert. Rolls-Royce expandiert weiter in Deutschland und eröffnet im Hamburger Hafen ein neues Servicezentrum für Schiffstechnik.

Auch die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung kann sich jetzt auf Schub aus Deutschland verlassen. Das erste von vier Flugzeugen vom Typ Bombardier Global 5000 mit BR710 Triebwerken aus Brandenburg wird am Flughafen Schönefeld feierlich übergeben.

Das Forschungs-Programm E3E (Efficiency, Environment, Economy) erzielt weitere bedeutende Fortschritte. Auf dem Höhenprüfstand in Stuttgart konnten die Tests des neuesten Aufbaus des Zweiwellen-Kerntriebwerks, genannt „Core 3/2c“, erfolgreich abgeschlossen werden.

2012

Rolls-Royce baut seine deutschen Standorte weiter aus. So wird am Standort Dahlewitz ein neues 8.000m² Logistikzentrum eröffnet. Außerdem gibt der Konzern bekannt, dass die bereits existierende Testeinrichtung für Triebwerke kleiner und mittlerer Größe am Standort um einen neuen Prüfstand für große Triebwerke erweitert wird.

Rolls-Royce hat die Tests seines neuesten Demonstrator-Kerntriebwerks, genannt „Core 3/2d“, erfolgreich abgeschlossen. Die im Rahmen des E3E-Programms entwickelten Technologien bilden die Basis für das Rolls-Royce Advance2-Programm für zukünftige Zweiwellenantriebe.

Ende des Jahres kann Rolls-Royce seinem Kunden Gulfstream zur erfolgreichen Indienststellung seines neuen Spitzenprodukts gratulieren – der G650. Das Geschäftsreiseflugzeug ist mit Rolls-Royce BR725 Triebwerken ausgestattet. Das BR725 wurde am Rolls-Royce Standort Dahlewitz bei Berlin entwickelt und wird hier in Serie gefertigt.

2013

Im Jahr 2013 liefert Rolls-Royce Deutschland das 3.000 BR700 und das 5.000 am Standort Dahlewitz insgesamt gefertigte Triebwerk an die Kunden aus. Auch der Militärtransport Airbus A400M, dessen Triebwerke Hochdruckverdichter montiert bei Rolls-Royce Deutschland nutzen, wird in Dienst gestellt.

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