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Rolls-Royce feiert 100 Jahre Flugmotorenbau in Oberursel

Friday, 30 August 2013

Rolls-Royce, der globale Anbieter von Antriebssystemen, begeht heute im Rahmen einer Festveranstaltung das 100-jährige Jubiläum des Flugmotorenbaus am Standort Oberursel. Einer der Vorläufer des Unternehmens, die ‚Motorenfabrik Oberursel‘, hatte bereits 1890 erfolgreich mit dem Bau von Stationärmotoren begonnen und eine Lizenz dafür nach Frankreich verkauft. Daraus entwickelte sich die „Société des Moteurs Gnome“ bei Paris, die 1907 die Konstruktion von Flugzeugmotoren aufnahm. Im August 1913 erwarb die Motorenfabrik Oberursel AG ihrerseits die Lizenz zum Nachbau und zur Vermarktung von ‚Gnome‘ Motoren für Flugzeuge. Damit war das Kerngeschäft des Werkes definiert, das sich fortan unter wechselnden Eigentümern der Entwicklung, Fertigung und Betreuung verschiedener ziviler und militärischer Luftfahrtantriebe und -geräte widmete.

1990 kaufte die BMW AG die Anlagen vom damaligen Besitzer KHD Luftfahrttechnik und gründete gemeinsam mit Rolls-Royce die neue Firma BMW Rolls-Royce. Es begann die Entwicklung einer neuen Triebwerksfamilie, die 1993 in Dahlewitz, südlich von Berlin, fortgesetzt wurde. Als erstes deutsches in die zivile Nutzung gegangenes Strahltriebwerk erhielt 1996 das komplett neue BR710 die internationale Zulassung. Im Jahr 2000 übernahm Rolls-Royce das Unternehmen BMW Rolls-Royce vollständig.

Heute ist Oberursel im Rolls-Royce Konzern Kompetenzzentrum für anspruchsvolle Blisktechnologie (Blisk = Blade Integrated Disk), produziert Verdichter-Trommeln und Turbinenscheiben. Diese hochmodernen Komponenten werden in zahlreichen Modellen eingesetzt, so auch im Trent XWB - dem effizientesten Triebwerk dieser Größe überhaupt - das den Airbus A350 antreibt. In Oberursel werden zudem Kleingasturbinen gewartet und instandgesetzt. Der Standort beschäftigt direkt rund 1300 Mitarbeiter, dazu kommen positive Beschäftigungseffekte durch die mehr als 200 Lieferanten des Unternehmens in der Region und die Mitarbeiter selbst. In der Summe ergeben sich daraus mehr als 1500 weitere, indirekt abhängige Arbeitsplätze.

Dr. Holger Cartsburg, Geschäftsführer Operations Oberursel, Rolls-Royce Deutschland, sagte: „Der Standort hat viele Höhen und Tiefen erlebt und sich ständig weiter entwickelt. Was sich nie geändert hat war der Wille der Mitarbeiter, verantwortungsvolle, hochwertige und technisch komplexe Arbeit an der jeweiligen Spitze der Entwicklung zu leisten. Wenn wir heute eine steigende Auslastung in der Komponenten-Fertigung für die fortschrittlichsten Triebwerke unserer Zeit verzeichnen, dann auch deswegen. Wir haben bisher stets Neues aufgenommen und konsequent umgesetzt  – und das werden wir auch weiter tun.“ Die Tradition stets nach der besten technischen Lösung zu suchen und diese dann auch zu realisieren passe perfekt zum Selbstverständnis von Rolls-Royce.

Er ergänzte: „Unsere Auslastung ist kein Selbstläufer. Wir wissen, dass wir permanent an unserer Wettbewerbsfähigkeit und noch besseren Ergebnissen für unsere Endkunden arbeiten müssen, um die Zukunft zu sichern. Das bedeutet vor allem beste Qualität bei kontrollierten Kosten, umweltfreundliche Produkte und konstant hohe Lieferzuverlässigkeit.“

Professor Dr. Mathias Müller, IHK Frankfurt, würdigte die Leistungen des Unternehmens: „Die 100-jährige Geschichte der Flugmotorenfertigung in Oberursel zeigt exemplarisch, wie tief verwurzelt die Industrie in unserer Region ist. Von hier kommen nicht nur High-Tech-Komponenten für die Luftfahrtindustrie, sondern auch Spezialchemikalien für Kunststoffe, Filtertechnik für die Automobilindustrie sowie zahlreiche pharmazeutische Produkte. Unternehmen wie Rolls-Royce Deutschland sind unverzichtbar für die Region - und das Fundament der wirtschaftlichen Stärke im Metropolraum Frankfurt-Rhein-Main.“

Hans-Georg Brum, Bürgermeister der Stadt Oberursel erklärte: „Die Motorenfabrik Oberursel gehört zu den Pionieren des Flugmotorenbaus – darauf ist die Stadt Oberursel sehr stolz. In den mehr als 120 Jahren seines Bestehens hat sich dieser traditionelle Produktionsstandort trotz starken Wettbewerbs und heftigen Strukturwandels immer wieder zu behaupten verstanden, der Betrieb wurde modernisiert und ausgebaut. Unter der Führung von Rolls-Royce Deutschland hat sich das Unternehmen zu einem modernen Hightech-Standort erster Güte entwickelt.“

Das Jubiläum wird am 30. August 2013 mit einer kleinen Feierstunde im Betriebsmuseum und einem nachfolgenden Fest für die Mitarbeiter begangen.

Bildmaterial: Bilder von der Veranstaltung sind am 30. August nach 15 Uhr abrufbar.

  1. Rolls-Royce, ein weltweit führender Anbieter von Antriebssystemen und Dienstleistungen zur Nutzung an Land, zu Wasser und in der Luft, hat sich in den globalen Märkten zivile Luftfahrt, militärische Luftfahrt, Schiffstechnik und Energie stark positioniert.
  2. Basierend auf dieser Strategie verfügt das Unternehmen heute über eine breite Kundenbasis, bestehend aus über 300 Fluggesellschaften, 4.000 Betreibern von Hubschraubern, Geschäfts- und Nutzflugzeugen, 160 Streitkräften, über 4.000 Marine- und Schifffahrtskunden, einschließlich 70 Seestreitkräften, und Energiekunden in mehr als 80 Ländern.
  3. Der Jahresumsatz 2012 von 12,2 Milliarden britischen Pfund stammt zu mehr als der Hälfte aus dem Servicegeschäft. Der Gesamtauftragsbestand entsprach am 30. Juni 2013 69,2 Milliarden britischen Pfund, was einen Ausblick auf die künftige Geschäftstätigkeit gibt.
  4. Rolls-Royce beschäftigt in seinen Konstruktions- und Verwaltungsbüros, Fertigungs- und Service-Einrichtungen in mehr als 50 Ländern insgesamt über 45.000 qualifizierte Fachkräfte – darunter mehr als 14.000 Ingenieure.
  5. 2012 investierte Rolls-Royce 919 Millionen britische Pfund in Forschung und Entwicklung, zwei Drittel davon mit der Zielsetzung, die Umweltverträglichkeit seiner Produkte weiter zu erhöhen und insbesondere Geräusch- und Schadstoffemissionen zu reduzieren.
  6. Rolls-Royce unterhält ein weltweites Netzwerk von 28 universitären Technologiezentren (UTC), die Schnittstellen zwischen den Ingenieuren des Unternehmens und den Spitzenakteuren der wissenschaftlichen Forschung darstellen.
  7. Das Unternehmen engagiert sich stark für die Nachwuchsgewinnung und die Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter.
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